Letzten Freitag fand im Gästehaus der Universität Frankfurt am Main ein Workshop zum gerade zu Ende gegangenen MOOC #opco12 statt. Ein wirklich schöner Rahmen für eine spannende Veranstaltung, an dieser Stelle auch nochmals Dank an das hessische Kultusministerium für das leckere Essen.
Die Vorträge sollen bald online gestellt werden, daher verzichte ich hier auf eine weitere Zusammenfassung und gehe auf einige Punkte ein, die mir während der „offline“ Diskussionen aufgefallen sind.
Claudia Bremer wies in ihrem Beitrag nachdrücklich auf die Gefahr für Hochschulen hin, den durch offene Bildungsressourcen entstandenen Trend zu verschlafen. Dies betrifft dann die kreative Verwendung von neuen Technologien, neue Formen des Lehrens und Lernens („Flipped Classroom“) sowie grundsätzlich neue Rollen für Lehrende und Lernende. Klar ist auch, dass dies nicht voraussetzungslos ist, so dass neue (Medien-)Kompetenzen erforderlich sind.

Insgesamt scheint sich ein „Real Tsunami“ – so der Titel eines aktuell erschienen Essays – über uns auszubreiten. Folglich wäre es wichtig, Wellenreiter zu sein. Allerdings sehe ich hier auch die Gefahr, dass zwar auf medienwirksamen Trends „mitgeritten“ wird, doch in all dem Hype die Zeit für Reflexionen bezüglich des didaktischen Mehrwerts und des Nutzens verloren geht. Der Wellenreiter ist zu sehr mit seiner eigenen Balance beschäftigt, dem Gegen- und Miteinander verschiedener Strömungen und der immerwährenden Suche nach der nächst besten Welle, so dass er sich weniger Gedanken über seine generelle Strategie und seine Technik des Wellenreitens Gedanken machen könnte. Für Hochschule gilt Ähnliches: Ein hektisches Adaptieren mit MOOCs kann den Blick auf die tiefer liegenden Potentiale verstellen, d.h. die Frage, für welchen Teil des Hochschulsystems können MOOC eine sinnvolle Ergänzung sein. In diese Richtung geht dann auch die Konzeption Blended MOOC, die hier erläutert wird.
Die Herausforderung wird nun sein, in den Modus einer „Vita contemplativa“ zu kommen, das als Gegenstück zur „Vita (Hyper-) Activa“ von Byung-Chul Han in seinem Essay Müdigkeitsgesellschaft beschrieben wird. Dieser Zustand des Staunens und Zögerns enthält auch die Möglichkeit, den beständig aufkommenden Reizen zu widerstehen.
Kommentare
Ein Kommentar zu „#opco12 Abschlußworkshop: Auf neuen Wellen reiten“
[…] gegangene opco12 kann als Momentaufnahme betrachtet werden mit viel Stoff zum Diskutieren, wie ich hier bereits ausgeführt […]