+++Update+++
Die Aufzeichnung meines Vortrags ist nun verfügbar, in verschiedenen Formaten, wie HTML5
Die Einladung war Anlass und Herausforderungen, für mich Ordnung in das diskursive Dickicht aus Digitalisierung, Bildung und Kompetenz zu schlagen. Dazu griff ich auf die Idee der Assemblage aus dem post-strukturalistischen Spektrum zurück und analysierte damit „Medienkompetenz“, „Digital Literacy“ und „Data Literacy“. Es ging mir um die Genealogie (wie kam z.B. die Assemblage „Medienkompetenz“ zustande?) und die innere Semantik.
Das ist alles noch Work in Progress und ich denke laut. Wer mitdenken möchte, kann gerne hier im Dokument kommentieren.
Blog
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Bildung, Kompetenz, Daten – Keynote beim 13. Netzwerktag E-Learning an der Goethe-Universität
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Bildung und Digitalisierung – eine grobe Annäherung
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Arbeitsstelle für die Weiterbildung der Weiterbildenden (AWW) durfte ich letzte Woche an einer Podiumsdiskussion mit Jürgen Handke zu Thema Pro und Contra Digitalisierung der Bildung teilnehmen. Als Input habe ich einige grundlegende Überlegungen zu Bildung und Digitalisierung vorbereitet.
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Ich habe drei Kategorien gewählt, um Unterschiede/Gemeinsamkeiten zu diskutieren:- Prozess: Bildung ist ein Zweck für und an sich und dient der Entwicklung des Menschen zu einer autonomen, reflektierten und souveränen Persönlichkeit. Es ist ein Prozess, der prinzipiell offen ist sowie unbestimmt und unbestimmbar. Damit ist die Hoffnung verknüpft, dass mehr gebildete Menschen die Gesellschaft auch humaner und gerechter machen. Darum gibt es auch Bildungseinrichtungen. Digitalisierung ist dagegen ein von Wirtschaft, Technologie und Politik gesteuerter Prozess, dessen Ende offen ist. Man orientiert sich an der Versionierungslogik der Software-Entwicklung. Nur wenige geben den Takt vor (Silicon Valley, China) und legen fest, was gut für Milliarden von Menschen ist. Die Entwicklung ist sehr lukrativ, darum werden die inneren Prozesse (z.B. Algorithmen) auch sehr geschützt und stellen eine Black Box dar. Die Digitalisierung gilt als unbestimmt („Wir stehen erst am Anfang“), aber bestimmbar (siehe dazu z.B. die Strategie der Bundesregierung für Künstliche Intelligenz).
- Diskurs: Über Bildung wird von Wirtschaft und Politik sehr defizitorientiert und fordernd gesprochen („die Schulen/Hochschulen müssen dringend reformiert werden, damit wir den Anschluss nicht verpassen“). Darum beschließt man die Grundgesetzänderung für den #digiPakt Schule und legt Strategien für die Bildung in der digitalen Welt fest. Es gibt einige Leuchttürme (von denen einer auch bei der Abschlussveranstaltung war), die aufzeigen, welche neuen Möglichkeiten sich durch Digitalisierung ergeben. Das gibt es aber schon seit Jahren und in der Breite hat sich wenig geändert. Das liegt daran, dass Hochschulen durch Reformen wie Bologna überfordert sind und es vergessen haben, ihre Werte und Ziele neu zu formulieren (siehe dazu auch meinen Vortrag zur Zukunft der Hochschule). Über Digitalisierung wird fast ausschließlich im Modus des Futurs gesprochen. Es wird eine Zukunft imaginiert, in der Wohlstand und Frieden die Gesellschaft bestimmen. Dazu braucht es Schlüsseltechnologien, aktuell Blockchain, da sich damit die Probleme der „alten Welt“ wunderbar lösen lassen. Man benutzt dabei beim Sprechen auch gerne Metaphern der Revolution bzw. des Untergangs, wenn mal wieder von der Gefahren des Internets oder der Smartphones gewarnt wird.
- Projekt: Bildung als Projekt zeichnet sich durch Wert wie Autonomie und Emanzipation aus und ist verbunden mit den Vorstellungen einer demokratischen Gesellschaft. Bildung hilft uns in einer komplexen und kontingenten Welt zurecht zu finden. Dafür braucht es Freiheit bzw. eine Befreiung von religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Fesseln, um die Welt, wie sie ist zu erkunden und einen Platz darin zu finden. Bei dem Projekt Digitalisierung spricht man von einem grundlegenden Wandel bzw. einer Transformation. Dabei werden analoge Werte und Darstellungsformen in digitale Formate umgewandelt. Es kommt dabei zu einer Reduktion, wie etwa beim Audio-Format mp3. Wir haben es auch mit einer steigenden Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur zu tun, die von wenigen mächtigen, aber politisch unkontrollierten Konzernen bestimmt wird. In Frage gestellt werden auch Vorstellungen über den Menschen (z.B. Freiheit), wenn etwa Algorithmen über Kreditvergabe entscheiden.
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Vortrag zur Zukunft der Hochschule
Im Rahmen der Themenwoche des Hochschulforum Digitalisierung durfte ich einen Vortrag zur Einführung in die Projektvorstellung AHEAD „Hochschulen im Jahr 2030“ geben. In 15 Minuten ging es um Hochschulen, Digitalisierung und Bildung. Mich beschäftigte dabei die Frage, wie Bildung im digitalen Zeitalter gedacht werden kann, ohne in die Humboldt-Falle zu tappen. Damit meine ich, nicht reflexartig auf den Bildungsbegriff von Humboldt, den dieser vor 200 Jahren entwickelt hat, zurückzugreifen und dann versuchen, diesen irgendwie auf die neue Zeit zu übertragen. Als geeigneter halte ich ein grundlegendes Nachdenken über die Bedingungen der Digitalität im Hinblick auf Bildung und Kultur.
Dafür war nur begrenzt Zeit…Zeit, die wir uns aber nehmen sollten.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=bs-48qZrtQk?start=320&w=560&h=315] -

Digitale Bildung – worüber wir reden sollten
Kurze Zusammenfassung meines Workshops beim VFH-Symposium 2018.
Nach einer kurzen Einstimmung auf das Thema wurden die Teilnehmenden gebeten, sich in Kleingruppen mit folgenden Arbeits- und Diskussionsfragen zu befassen.
• Suchen Sie nach 2-3 Artikeln, die sich mit “digitaler Bildung” befassen
• Fassen Sie die Kernaussagen zusammen
• Vergleichen Sie die Artikel
Ausgehend von den Diskussionsergebnissen wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen aufgeteilt, um jeweils eine der folgenden Fragen zu diskutieren.
• Was bedeutet für Sie “digitale Bildung”?
• Was ist für Sie ein gutes/weniger gutes Beispiel für digitale Bildung?
• Wie sehen Sie digitale Bildung in 10 Jahren?
Die Ergebnisse sind in einer MindMap protokolliert.

MindMap Digitale Bildung von Philippa Lenz unter der Lizenz CC BY 4.0.
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#OERCamp18 2/4
Nachdem ich letztes Jahr alle vier #OERCamps besucht hatte, starte ich dieses Jahr mit dem Zweiten in Leipzig. Es fand in der wunderschönen „GaraGe“, ein Technologiezentrum für Kinder und Jugendlich mit dem aus dem letzten Jahr bewährten Format Workshops und BarCamp statt (hier die Übersicht zu den Workshops und den Sessions). (Randnotiz: Es gab eine eigenwillige Toilettennutzungspolicy).

Foto „Eigenwillige Toilettennutzungspolicy in der GaraGe“ von Markus Deimann steht unter der Lizenz CC BY 4.0
Ich war, auch wie letztes Jahr, für das Projekt JOINTLY als Vernetzungsaktivist am Start.
Inhaltlich ging es bei mir dem Workshop „Bibliotheken und das offene Netz – Fähigkeiten und Literacies“ von Gabi Fahrenkrog und Christian Friedrich los. Gabi legte auch direkt los und stellte eine Reihe von Definitionen zu Literacies und Kompetenzen, die im Bibliothekskontext verwendet werden, vor. Die Slides dazu und zu Christians Input sind hier online. Danach sollte es in Kleingruppen gehen, um über eigene Erfahrungen mit Literacies zu diskutieren und wie diese gefördert werden können. Mir ging das etwas zu schnell und nach einer Klärungsphase hatten wir eine dritte Leitfrage generiert: „Wie hängen verschiedene Ideen und Konzepte von Digital Literacy mit OER zusammen? Welchen Effekt haben sie auf die 5R? Haben Sie einen?“
In der Kleingruppe „Digital Literacy und OER“ fand eine für mich spannende Diskussion statt, deren Ergebnis wir in Form von drei Thesen protokolliert haben:- OER ermöglichen Digital Literacy & Digital Literacy ermöglichen OER
- Digital Literacy ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe
- OER können ein Katalysator für Digital Literacy sein.
Hier wird schön die Vulnerabilität von OER sichtbar, d.h. OER ist (noch) ein zartes Pflänzchen, das Dünger, Sonne und Wasser braucht, um nicht einzugehen. Alleine, als pauschale OER-Förderung, funktioniert es nicht. Digital Literacy ist so ein Dünger, der helfen kann, OER zum blühen zu bringen. Darum ist es auch wichtig, solche „Dünger-Themen“ auf die OER-Agenda zu bringen und zu diskutieren.
Im BarCamp teil bot ich mit Anne Zobel eine Session zum Thema „Ein eBook zu/über OER“ an. Hintergrund ist die im JOINTLY-Projekt geplante Dokumentation und Sichtbarmachung des Wissens zu OER, die während der letzten anderthalb Jahren entstanden ist. Wir wollen dazu allerdings kein klassisches Handbuch, das in den einzelnen Kapitel Wissen auf eine einführende und stets gleichbleibende Weise vermittelt, sondern Geschichten, die mit OER zu tun haben, erzählen. Das kann z.B. die Einführung einer OER-Policy in die Studienordnung einer Hochschule sein.

Foto „Diskussion OER E-Book“ von Kai Obermüller für ZLL21 e.V. steht unter der Lizenz CC BY 4.0
Zusammen mit den anderen Teilgeber/innen diskutierten wir weiter und kamen zu folgendem Zwischenergebnis.

Foto „OER eBook Teil 1“ von Markus Deimann steht unter der Lizenz CC BY 4.0

Foto „OER eBook Teil 2“ von Markus Deimann steht unter der Lizenz CC BY 4.0
Ein „OER-Cocktail“ besteht auf festen Zutaten, d.h. Grundlagenwissen zu OER, die dann ergänzt werden um zielgruppenspezifische Zutaten. Das können zum Beispiel Handreichungen für Hochschulleitungen sein. Wir werden weiter diskutieren bei den #OERCamps in Hattingen und Hamburg, sowie online in diesem Dokument.
Am zweiten Tag hatte ich mit Christian Friedrich und André Hermes eine Session beim BarCamp zu „Open Pedagogy“. Ausgehend von einem gerade in Nordamerika rege geführten Diskurs (siehe dazu dieses Notebook), versuchten wir Anschlüsse für den deutschsprachigen Kontext zu finden. Dabei ging es u.a. um die Frage, ob es das Label Open Pedagogik bzw. Offene Bildung überhaupt braucht, da viele in ihrer Arbeit ganz selbstverständlich offene Praktiken einsetzen, ohne dies aber so zu nennen. Auf der anderen Seite wurde aber auch deutlich, dass eine Begriffsklärung (Offene Pädagogik) wichtig ist, um klar Position (zu Werten und Haltungen) beziehen zu können. Bei den MOOCs haben wir schön sehen können, was passiert, wenn ein Begriff (Open Education) von außen besetzt und okkupiert wird.
Auch hier wird weiter diskutiert, wer mitmachen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Zu erwähnen ist noch, dass in Leipzig (wie auch in Bad Wildbad) viele Newbies da waren und so eine gute Mischung zusammen mit den alten OER-Häsinen/OER-Hasen entstand. Bin gespannt, ob das auch in Hattingen und Hamburg so sein wird (Bericht folgt).