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  • A bigger picture on MOOCs

    I was pointed to the above info graphic and asked for a brief review, so I am happy to share my thoughts. It starts with a well-known transformation in higher ed, the rise of the (tuition) costs worldwide, but in particular in the U.S. This initial position is then boiled down to mere economical factors which are like this: You have to pay a certain amount of money to attend a prestigious college and after graduation you will (like an automatism) be given a job that refinances all your investments. And this equation is not „true“ any longer? And is there really a solution coming our way that is called MOOC?
    I am not an economist, so I can not properly talk about financial aspects. However, since MOOC is invoked I think it is important to stress some educational aspects. It is a pity that in this graphic MOOCs are only referred to as the Coursera platform and not as an educational movement that has a much larger and broader history than the media hype tries to claim. It is based on some fundamental assumptions and beliefs (education for all, education as a common goods) which roots in the philosophy of Rousseau and Froebel. For a more detailed account on that see here.
    This idealist philosophical positions are undermined when, as this graphic does, MOOCs are used to promote an economical perspective on education („elite schools“) that neglects the core educational beliefs (e.g. self-realization of the person). So, perhaps there is any chance to include more educational thinking in this graphic.
    Tomorrow's College Infographic Infographic

  • Warum eine solche Bildungsrevolution scheitern muss

    Der aus Funk und Fernsehen bekannte Philosoph Richard David Precht hat in der Online Ausgabe von Cicero – ein Magazin für politische Kultur – eine Bildungsrevolution ausgerufen, denn:

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    hier) wenig Bezug genommen wird (dann lieber die Hirnforschung), geht es munter weiter, bis der nächste kommt und die Revolution ausruft.

  • Digitale Bildung – jenseits von Kompetenzen

    Eine oft und gerne gestellte Frage in Debatten zum sog. lebenslangen Lernen in der heutigen digitalen Wissensgesellschaft lautet: Welche Kompetenzen (gerne auch als Literacies bezeichnet) braucht der Mensch, um sich im immer komplexer werdenden Dschungel des weltumspannenden Netzes zurechtzufinden und um kommunizieren und kollaborieren zukönnen? Ebenso gerne wird dabei auf Bildung zurückgegriffen, um die Notwendigkeit (neue) Kompetenzen zu erfinden theoretisch abzusichern (beispielsweise hier).
    Ich bin bei solchen Gleichsetzungen (Bildung = Kompetenzen) zwiegespalten: Einerseits ist das Zurückgreifen auf einen historisch und ideologisch stark aufgeladenen Begriff wie Bildung durchaus positiv, um ihn präsent zu halten und damit auch Irritationen und Neugier auszulösen (Was ist denn Bildung gleich nochmal?). Andererseits – nun beschreibe ich den Zusammenhang in einer zeitgemäßen, ökonomisch verkürzten Sprache – schöpft man damit die Potentiale von Bildung nur in sehr geringem Maße aus. Bildung bedeutet nämlich viel mehr als Kompetenzen, Fähigkeiten oder Qualifikationen. Dies haben viele Denker in der langen Theoriegeschichte immer wieder versucht herauszuarbeiten und dabei sehr verschiedene Erklärungen produziert.
    Eine der auch heute noch zentralen Bezugspersonen ist Wilhelm von Humboldt, der in seiner Theorie Bildung als Wechselwirkung zwischen Mensch und Welt definierte:

    Die letzte Aufgabe unsres Daseyns: dem Begrif der Menschheit in unsrer Person, sowohl während der Zeit unsres Lebens, als auch noch über dasselbe hinaus, durch die Spuren des lebendigen Wirkens, die wir zurücklassen, einen so grossen Inhalt, als möglich, zu verschaffen, diese Aufgabe löst sich allein durch die Verknüpfung unsres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung. (Zitat entnommen hier)

    Deutlich trägt diese Grundlegung von Bildung die Züge des zur damaligen Zeit vorherrschenden Idealismus. Der Mensch, so Humboldt, arbeitet durch Bildung an seiner Bestimmung, die jedoch weder als reine Selbstschöpfung noch als bloße Tradierung oder Bejahung eines bereits gegebenen gesellschaftlichen Zusammenhangs verstanden wird. Bildung meint vielmehr die Vermittlung zwischen individueller und gesellschaftlicher Existenz, so dass sich individuelle Freiheit an die Verschiedenartigkeit von Situationen menschlichen Zusammenlebens zurückbindet. Verbunden ist damit die Forderung nach einer Reform des Bildungssystems: Der Staat müsse sich zum Zwecke der Bildung des Einzelnen selbst beschränken (mehr dazu in Benner, 1990).
    Wie die spätere Geschichte zeigte, gelang die Reform nicht so, wie sie Humboldt sich vorstellte. Vielmehr entwickelte sich das Bildungssystem zu einem Gebilde, das – wie Adorno pointiert feststellte – eher Halbbildung als „echte“ Bildung ermöglicht und Ivan Illich zur Forderung nach „Entschulung der Gesellschaft“ provozierte. Doch zurück zum Ausgangspunkt dieses Postings, der Frage, wie Bildung in der digitalen Welt möglich gemacht werden kann. Ich beziehe mich dazu auf die klassische Figur von Humboldt, Bildung als Wechselwirkung zwischen Mensch und Welt. Bezüglich der Komponente „Welt“ hat sich in den letzten zehn Jahren etwas sehr Erstaunliches getan, das uns scheinbar sehr nahe an das klassische Bildungsideal gebracht hat. Zahlreiche renommierte Hochschulen, angefangen mit dem MIT 2001, begannen, alle ihre Lehr- und Lernmaterialien frei zugänglich und kostenfrei ins Internet zu stellen.  Dazu kamen und kommen einzelne Personen oder Gruppen, die ebenfalls Materialien frei ins Netz stellten, auf Plattformen wie z.B. Slideshare, iTunesU oder YouTube. Entstanden ist dadurch eine weltweite Bewegung, die als Open Educational Resources (offene digitale Bildungsressourcen), bekannt ist und die vielfältige Ansatzpunkte für bildungstheoretische und -philosophische Analysen bietet (siehe dazu z.B. hier oder hier).
    OER problematisieren, so meine These, die Welt-Seite stärker als zuvor als eine der beiden zentralen Voraussetzung von Bildung. Über viele Jahrhunderte hinweg spielten Fragen des Zugangs zu Information und Ressourcen keine so große Rolle, dank klar geregelter Mechanismen, die auf dem Stand der jeweils möglichen Technik operierten. Eine Kultur des Teilens war lange Zeit nur in lokalen Kontexten möglich. Heute dagegen ist dank Open Study oder Peer-to-Peer University  weltweite Vernetzung, Austausch und Kollaboration tatsächlich möglich.
    Im Zuge der Verbreitung von OER, bislang leider vornehmlich in der anglo-amerikanischen Welt, kristallisiert sich jedoch eine Vernachlässigung der Personen-Seite immer mehr heraus. Dies betrifft die oftmals von OER-Skeptikern gestellte Frage, welchen Einfluss OER denn auf Lehre und Lernen, und damit auch auf die Bildung hätten. Hier denke ich helfen Versuchen, immer neuere und abstraktere Kompetenzen wie Web Literacy, Data Literacies, Content Literacies, Network Literacies usw. nicht wirklich weiter. Damit will ich nicht, die Notwendigkeit von Kompetenzen generell und insbesondere in der digitalen Welt bestreiten, denke aber, dass wir mehr und genauer zu den dahinter liegenden Bildungserlebnissen schauen sollten.
    Hierzu hat der Göttinger Erziehungswissenschaftler Klaus Mollenhauer ein inspirierendes Buch, das den vielsagenden Titel „Vergessene Zusammenhänge“ trägt, geschrieben. Ganz bewusst greift er dabei auf Autobiographien berühmter Persönlichkeiten wie Franz Kafka zurück, um die Besonderheit individueller Bildungsprozesse zu verdeutlichen. Denn diese sind immer eingebettet in die persönliche Biographie, die wiederum von einem bestimmten kulturellen und sozialen Kontext geformt ist. Besonders gut zugänglich sind solche Bildungsprozesse daher auch in biographischen Berichten wie den (fiktiven) Brief Franz Kafkas an seinen Vater.
    Da der Zugang zu (auto-)biographischen Texten im Zuge der Open Educational Resources zunimmt, eröffnet sich hier ein interessantes Forschungsfeld. Ein Ansatz sind Blogbeiträge, die sich mit Erlebnissen aus der Teilnahme an sog. Massive Open Online Courses auseinandersetzen. Deutlich biographische Züge enthält dann auch das Posting „Of bow ties and MOOCs: a personal reflection (#change11)“ von Paul Prinsloo, indem er seine ersten Versuche, eine Fliege zu binden beschreibt:

    Last Thursday I however decided to bite the bullet (or tie the knot). I revisited the downloaded guidelines (with the same frustration) and then it dawned on me that I should try YouTube. Voila. And yet, four videos later I still could not tie a bow tie. It is then that I discovered a video clip that somehow “broke the code”. There I was in front of my computer with a mirror alongside trying to follow the instructions as a 53-year old male learning to do something quite simple. I must confess that even though the video clip was really helping me “see” what I have missed in the previous attempts; it still was not easy.

    Ähnliche Erfahrungen machte Paul Prinsloo im MOOC #change11. Bildung in diesen offenen komplexen Welten ist dann sinnbildlich gesprochen das „breaking the code“, das durch Anstrengung, Überwindung und Misserfolge gekennzeichnete „Aufsperren“ neuer Horizonte, die zu neuen Einsichten und Erkenntnissen führen. Dies ist so umfassend, das es nicht ohne Not unter das Label „Kompetenz“ gepresst werden sollte.
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    Benner, D. (1990). Wilhelm von Humboldts Bildungstheorie: Eine problemgeschichtliche Studie zum Begründungszusammenhang neuzeitlicher Bildungsreform. Weinheim: Juventa.
    Mollenhauer, K. (1983). Vergessene Zusammenhänge: Über Kultur und Erziehung. Weinheim: Juventa.

  • Lesen und Teilen: Report Bildung auf einen Blick

    Dieser Report kann hier online gelesen und (bitte) weiterverbreitet werden.
     

    Education at a Glance 2012 | OECD Free preview | Powered by Keepeek Digital Asset Management Solution

  • Cambridge 2012 Video Presentation on OER and Bildung

    Back in April I presented a paper at the Cambridge OCW conference which attempts to develop a theoretical foundation for OER. I assumed that to be a quite challenging task because most of my theoretical underpinning came from a context that is rather unfamiliar to an English audience. This context is German Idealism and the theory is referred to as Bildung that has produced highly elaborated accounts of individual development and maturation in both formal and informal contexts.
    My talk which can be watched online here introduces this concepts and illustrates how it can be utilized to facilitate a more balanced understanding of Open Education and provides insight into an unconventional descriptive theoretical framework that reflects broader concepts than conventional learning theories.