One of the most astonishing things in the current debate on MOOCs and how Coursera and Udacity might terminate the University as we know it, is the neglect of the history of distance education. This is an academic field with a long history and has witness the rise and the fall of virtual and online universities in the 1990ies. For instance, the California Virtual University which is described in great detail here by Stephen Downes.
There have been other traditional universities like New York University who launched online counterparts as for-profit companies. But you do not hear of this examples in the current reports on Coursera or Udacity so as to convince the reader that they are really innovative and new. However, the fact of the matter is that they are not so new. Moreover, they forfeit the true potential, i.e. they do not offer „true“ MOOCs according to the 4R principles. Rather they restrict the user by claiming a so called „honor code“

I am thus wondering whether when Coursera and co will meet the same fate like the previous fallen virtual universities.
Blog
-
Will Coursera and Co meet the same fate like California Virtual University?
https://www.coursera.org/about/honorcode -
OER auf der Learntec: Ist das ein Widerspruch?
Nach einjähriger Pause war ich heute wieder auf der Learntec, da ich mich erfolgreich mit einem Vortrag zum Thema „„Open Education, Offenes Lernen und Offene Bildung. Oder: Willkommen in einer schönen neuen Welt?!“ auf dem Kongress beworben habe. Ich plante, die aktuellen Entwicklungen um Open Courses und MOOCs kritisch zu beleuchten, aber auch mit Hilfe eines bildungstheoretischen und philosophischen Blicks aufzuzeigen, welche Chancen und Risiken sich dahinter verbergen. Gespannt war ich auf die Reaktionen, da die Learntec entgegen ihres vermittelten Selbstverständnisses („IT Leitmesse“) eigentlich eher konservativ auf „klassisches“ E-Learning setzt. Innovationen kommen dabei leider eher wenig vor.
Als dritter Referent in der Session „Social Media Learning“, die sehr gut von Lutz Goertz moderiert wurde, warte ich in einem sehr vollen Saal auf meinen Einsatz. Zunächst waren einige technische Hürden zu überwinden, da ich und da sind wir wieder beim Thema Innovation nicht mit Standard PowerPoint präsentieren wollte, sondern mit Prezi. Doch die Learntec Techniker schafften es, dafür nochmal vielen Dank.
Mein Vortrag legt folgende Argumentation zu Grunde:- Aufzeigen aktueller Entwicklungen (MOOCs), die zur Gründung von Coursera und Udacity führten und die einen riesigen weltweiten Hype auslösten
- Rückblick auf die Historie von Open Education: 60er und 70er Jahre, Kampfbegriff, wenig empirische Evidenz, Scheitern
- Revival durch OER ab 2001 mit MIT OCW und UNESCO
- OER sind aber keine Bildung, daher Versuche, damit kreativ zu arbeiten. Ab 2008 starteten daher die MOOCs als offene digitale Architektur für weltweite Kollaboration
- Ein Schritt zurück: MOOCs werden wieder in ein geschlossenes System gepresst und als Open Courses verkauft
- Aufzeigen, welche Bildungspotentiale MOOCs haben und welche Gefahren sich durch die Verwässerung der Open Prinzipien ergeben. Es kommt hier zu einer Kommerzialisierung und Kommodifizierung: Bildung wird zur Ware, die man möglichst profitabel verkaufen möchte
- Durch das Einsperren in Käfige wie OpenCourseWorld werden die Möglichkeiten für tatsächliche Bildung im Sinne einer Persönlichkeitsbildung untergraben und verschenkt. Durch die Angabe „Kostenfrei“ wird suggeriert, dass es sich dabei um einen „echten“ MOOC handelt. Das ist jedoch keineswegs der Fall, wie ein Blick in die Nutzungsbedingungen aufzeigt. Das Einführungsvideo steht eben nicht unter einer freien Lizenz, sondern unter der Standard Youtube Lizenz.
- Meine Schlussfolgerungen daraus sind: Wir brauchen bessere Kenntnisse über die historische Entwicklungen von Open Education, um die aktuellen Trends besser einschätzen und bewerten zu können. Wir brauchen Konzepte für tatsächliche offene digitale Bildung und Mut, diese auch umzusetzen und damit den Verlockungen auf schnellen Profit zu widerstehen. Dass es auch anders geht versuche ich z.B. mit Verweis auf den Mechanical MOOC aufzuzeigen.
Die rege und ausgiebige Diskussion im Anschluss zeigte auf, dass damit wichtige Themen erörtert wurden, die uns noch für längere Zeit bewegen. Wie auf Twitter gerade gemeldet wurde, soll OER/MOOC zum „Leit“-Thema für die Learntec 2014 werden, passend zur Leitmesse also.
@clbremer Gesehen? MOOCs und OER sollen für 2014 Thema auf dem #learntec Kongreß sein – @pahenning weist schon auf den CfP hin!
— Astrid Christofori (@AstridChr) January 30, 2013
-
Der Cargo Cult in der empirischen Bildungsforschung

Cargo-Flugzeug http://airnews.pl/view/show/5332
Zur Zeit wird die Meta-Mata-Analyse von John Hattie eifrig diskutiert, beginnend mit der schlagwortartigen Verdichtung der ZEIT:Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.
Auf diese Euphorie folgte einige Skepsis angesichts der provokanten Aussagen von Hattie, die ja auch für die Bildungspolitik von Bedeutung sein sollen. Der Konstanzer Psychologie Professor Georg Lind meldete sich daraufhin zu Wort und veröffentlichte eine lesenswerte Replik auf den Hattie-Hype. Er entlarvt die Strategie von Hattie als puren Selbstzweck:
Hattie fasst in seiner “Synthese” die statistischen Befunde von über 800 so genannten Meta-Analysen zusammen, die ihrerseits wiederum die Befunde von Einzelstudien enthalten, die zusammen genommen auf Testdaten von einigen Millionen Schülern und Schülerinnen beruhen. Das wirkt ungemein beeindruckend, und soll es wohl auch.Kleine Klassen bringen nichts, offener Unterricht auch nicht. Entscheidend ist: Der Lehrer, die Lehrerin. Das sagt John Hattie. Noch nie von ihm gehört? Das wird sich ändern.
Problematisch ist weiterhin eine selektive Auswahl von Befunden, die eine vorgefertigte Annahme von Hattie stützen und damit in krassem Widerspruch zur guten wissenschaftlichen Praxis stehen. Wenn dann auf dieser Grundlage Empfehlungen für die Bildungspolitik abgeleitet werden sollen, wäre es an der Zeit, sich genauer über das Zustandekommen Gedanken zu machen als vorschnell nach Reformen zu schreien.
Wie der Philosoph und Physiker Marco Wehr im Philosophischen Radio auf WDR 5 erläutert, kommt es innerhalb der Kette „Beobachtung von menschlichem Verhalten – Messen dieses Verhalten – statistische Berechnungen – Modellierung und Verallgemeinerung – Rückführung auf die Realitat“ häufig zu systematischen Fehlern. Zum Beispiel dann, wenn das Zustandekommen eines Befunds nicht länger kontrolliert, d.h. wiederholt wird, sondern stattdessen stillschweigend hingenommen wird, dass das so sei, um sich dann gleich auf den nächsten Effekt zu stürzen. Unser heutiges System des „publish or perish“ tut sein übriges daran.
Bereits vor knapp 40 Jahren prägte der US-amerikanische Physiker Richard Feynman dafür den Ausdruck „cargo cult“ und meinte damit:In the South Seas there is a cargo cult of people. During the war they saw airplanes land with lots of good materials, and they want the same thing to happen now. So they’ve arranged to imitate things like runways, to put fires along the sides of the runways, to make a wooden hut for a man to sit in, with two wooden pieces on his head like headphones and bars of bamboo sticking out like antennas–he’s the controller–and they wait for the airplanes to land. They’re doing everything right. The form is perfect. It looks exactly the way it looked before. But it doesn’t work. No airplanes land. So I call these things cargo cult science, because they follow all the apparent precepts and forms of scientific investigation, but they’re missing something essential, because the planes don’t land.
Der durch Hattie wieder aufgelebte Diskurs zum Sinn und Zweck der empirischen Bildungsforschung enthält einiges aus diesem Cargo Cult, wie z.B. die fehlende Bereitschaft, Befunde zu replizieren. Dass es sich dabei um Bildung, d.h. ein schwer zu messendes und zu prognostizierendes Konstrukt handelt, wird auch gerne übersehen und stattdessen ein „Messbarkeitsideal“ propagiert. Bildung ist aber, wie Friedrich Copei formulierte, ein „fruchtbarer Moment“, in dem uns ein Licht aufgeht und wir blitzartig eine neue Erkenntnis haben. Wie das mit standardisierten Tests gemessen werden soll, die dann wiederum in Meta-Analysen verdichtet sind, ist schwer vorstellbar.
-
On the role of openness in education
It’s an hour for me to be one of first authors of the brand new journal Open Praxis with the paper „On the role of openness in education“ that I have written together with my colleague Sandra Peters (University of Technology Sydney). It covers much of her PHD work on the historical research in education. Based on this we go on to argue
After a period of open movements many times there have been slight but important shifts from “pure” openness towards “pretended” openness, i.e. some aspects have been modified to offer more control for producers and other stakeholders. For instance, the historic culture of the coffeehouses had been transformed to private clubs and closed, exclusive societies. The original MOOC concept has been utilised for the development of platforms like Udacity or Coursera both of which are providing free courses containing material that cannot be adapted according to the 4Rs (see above). Similarly, Open Study is a for profit platform. History emphasizes the risk in failing to preserve the openness that made initiatives successful in the first place. The development of free but not entirely open courses needs to be examined more closely. While not immediately altering public perception, the shift from humanistic values to more “efficient” and “productive” educational opportunities can undermine the significance of openness.
Full text is available here. Looking for your comments.
-
Gastkommentar zu Open Educational Resources in BILDUNGaktuell
Im nächsten Monat steht mal wieder die Messe LEARNTEC in Karlsruhe auf dem Programm, bei dem parallel stattfindenden Kongress bin ich mit einem Vortrag vertreten. Nun hat mich das österreichische Magazin BILDUNGaktuell geben, für ihr Dezember Spezial Learntec einen Gastkommentar zu schreiben.
[googleapps domain=“docs“ dir=“viewer“ query=“url=http%3A%2F%2Fmarkusmind.files.wordpress.com%2F2012%2F12%2Fseiten-aus-bildungaktuell_12_2012_ipad21.pdf&embedded=true“ width=“600″ height=“780″ /]